Das Problem mit erfolgsabhängigen Gebühren

So mancher aktive Fonds berechnet neben der klassischen Verwaltungs- bzw. Managementgebühr eine erfolgsabhängige Performance Fee. Letztere soll dem Fondsmanagement einen Anreiz geben, überdurchschnittlich gut abzuschneiden und damit stärker im Interesse der Anleger zu handeln. Andererseits können Performance Fees aber dazu führen, dass Fondsmanager höhere Risiken eingehen, um die überdurchschnittlichen Renditen zu erzielen. Das zeigt sich häufig erst in schlechten Zeiten, indem entsprechend hohe Drawdowns auftreten. Die Autoren nennen aber auch andere Studien, aus denen hervorgeht, dass Fonds mit Performance Fee durchaus bessere Rendite/Risiko-Kennzahlen erzielen. Damit lässt sich keine generelle Aussage aus der Literatur ableiten.

Die Studie „The Costs and Benefits of Performance Fees in Mutual Funds“ untersucht die Renditeeffekte bei Fonds mit erfolgsabhängigen Gebühren. Während Performance Fees bei Hedge-Fonds als Standard gelten, weisen sie im Datensatz der vorliegenden Studie nur rund 7% der Investmentfonds auf. Dabei beträgt die typische Performance Fee ähnlich wie bei Hedge-Fonds 20% der erzielten Überrendite.

Das zentrale Ergebnis der Studie ist, dass mitunter ungeeignete Benchmarks als Vergleichsmaßstab gewählt werden, die relativ leicht zu übertreffen sind und damit als verstecktes Element zum Vereinnahmen höherer Gebühren dienen. Konkret zeigen die Forscher, dass Fonds mit einer Performance Fee im Mittel um 50 bis 70 Basispunkte schlechter abschneiden als Fonds ohne eine solche Gebühr. Dieses Resultat lässt sich vor allem auf zwei Kategorien zurückführen, die nicht im besten Interesse der Anleger sind:

● Fonds, die keinen Index als Benchmark verwenden, sondern einen festen Mindestwert, ab der die Gebühr fällig wird

● Fonds, deren Vergleichsindex leicht zu übertreffen und damit ungeeignet ist

 

Insgesamt weisen Fonds mit Performance Fee um 30 bis 35 Basispunkte höhere Gesamtgebühren auf als Fonds ohne eine solche Fee. Sie sind in der Gesamtbetrachtung also teurer, obwohl sie schlechtere Renditen erzielen. Tatsächlich lässt sich den Forschern zufolge mehr als die Hälfte der Underperformance durch eben diese höheren Gebühren erklären. Die Vermutung, dass Fonds mit Performance Fee auch höhere Risiken eingehen, bestätigte sich in den Daten nicht.

Eine Alternative zur Performance Fee kann es sein, Fondsmanager innerhalb der Gesellschaft ergebnisorientiert zu bezahlen, ohne von den Investoren eine Performance Fee zu verlangen. Eine andere Möglichkeit zur Gleichschaltung der Anreize besteht darin, dass die Fondsmanager mit wesentlichen Teilen ihres Vermögens selbst im Fonds investiert sein müssen.

 

Fazit

Aktive Investmentfonds mit Performance Fee sind im Mittel teurer und weisen niedrigere Renditen auf als Fonds ohne eine solche Gebühr.

 

Quelle: Servaes, H. / Sigurdsson, K. (2019), The Costs and Benefits of Performance Fees in Mutual Funds, Finance Working Paper No. 588/2018, London Business School & Schroders Investment Management

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