Die 2 wichtigsten Dinge im Leben (Geld gehört nicht dazu)

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Das ist keiner dieser „klick-mich-an“ Beiträge, die letztlich wenig Inhalt liefern. Versprochen. Ich muss nur erst den Bogen spannen. Also bitte bis zum Ende lesen. Wenn es dann immer noch lächerlich scheint, möge der Shitstorm hereinbrechen 🙂

Es geht darum, die Frage zu beantworten, worum es im Leben geht. Und was wirklich zählt. Es wird also etwas philosophisch. Und ich denke, dass ich eine gute Antwort liefern kann.

„Geld allein macht nicht glücklich, aber es macht vieles leichter.“ Diesen Spruch hat wohl jeder schonmal gehört. Davon kann man halten, was man möchte. Und die eigene Meinung hängt natürlich oft auch davon ab, wieviel man selbst hat oder nicht hat und wie das eigene Weltbild aussieht.

Studien haben gezeigt, dass Menschen ab einem bestimmten Einkommen nicht mehr glücklicher werden. Dieses Level, ab dem die Lebenszufriedenheit in Industrieländern ihr Hoch erreicht, liegt bei einem Nettoeinkommen von rund 60.000 Euro im Jahr. Mehr Geld bringt demnach weder mehr Glück noch weniger Stress. [1]

Denn das Problem, was viele nicht sehen: Wer viel hat, kann auch viel verlieren! Das schürt die Angst, etwas vom erarbeiteten Wohlstand wieder einzubüßen – und allein dieses Gefühl reicht schon aus, um die Lebensfreude einzutrüben.

Zudem muss man weiterhin arbeiten, um das Geld zu verdienen – und wenn uns diese Arbeit nicht gefällt, erhöht das nicht gerade das Glücksgefühl. Auch gleichen sich unsere Erwartungen schnell an und wir nehmen alles als selbstverständlich hin, ohne es wirklich zu schätzen.

„Blessed is he who expects nothing, for he shall never be disappointed.“ (Alexander Pope)

 

Bis hier also nicht viel Neues. Glück ist in hohem Maße subjektiv. Aber ich möchte auf etwas ganz anderes hinaus. Denn meiner Meinung nach ist die ganze Diskussion zu kurz gegriffen. Geld, und jetzt kommen wir zum Kern des heutigen Beitrags, ist keines der wichtigsten Dinge in unserem Leben. Garantiert nicht!

Das, was wir im Leben wirklich besitzen, ist Zeit und Energie. Das sind die ganz elementaren Dinge, mit denen wir disponieren können. Denn egal, was wir machen – welche Arbeit, welche Hobbies, welche Experimente – alles braucht Zeit und Energie. Es kommt also nur darauf an, wie wir diese Ressourcen, von denen jeder von uns in seinem Leben in etwa gleich viel besitzt, verteilen und optimieren.

Egal, wer wir sind und was wir machen, eines Tages ist unser Leben vorbei. Das ist absolut sicher. Bis dahin haben wir eine bestimmte Menge an Zeit und Energie, um unser Leben zu leben und die Dinge zu tun, die wir uns erträumen. So einfach ist das.

Wir müssen uns auf das fokussieren, was wir wirklich wollen. Denn das schafft etwas, was meiner Meinung nach noch wichtiger ist als Glück: Es schafft Sinn in unserem Leben. Den Sinn, etwas aus innerster Überzeugung zu tun. Und nur das wird uns am Ende auch glücklich machen.

„Everybody is a financial trader. Most people are trading time for money. Worst trade of one’s life. (Tony Robbins)

 

Um den Sinn im Leben zu finden, müssen wir also fragen, was wir wirklich wollen. Worauf wollen wir zurückschauen, wenn wir alt und grau sind? Was wollen wir unbedingt gemacht haben? Was würden wir bereuen, wenn wir damit unsere Zeit verschwendet hätten? Was ist schlimmer – die Angst, etwas zu tun, oder die Angst, es später zu bereuen, es nicht versucht zu haben? Die Antworten auf diese Fragen muss jeder selbst finden, da jeder andere Träume hat.

Eines aber ist für uns alle gleich: Um das zu tun, was wir wirklich wollen, braucht es Zeit und Energie. Und diese Ressourcen werden eines Tages verbraucht sein, auch wenn sie uns heute noch unerschöpflich erscheinen. Denn nichts ist so sicher und unausweichlich wie der Tod.

Wechseln wir mal die Perspektive. Im Magazin „€uro“ gibt es einen regelmäßigen Abschnitt mit dem Titel „Milliardär des Monats“. Vor kurzem war dort der letzte noch lebende Enkel des legendären Ölmagnaten und 1. Milliardärs in Amerika, John D. Rockefeller abgebildet. Er feierte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag.

Dieser Mensch hat sein Leben erfolgreich gelebt, ohne Zweifel. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es enden wird. Zeit und Energie sind verbraucht. Ganz fundamental betrachtet ist es das einzige, was wir im Leben haben. Was nützt ein volles Konto, wenn wir keine Zeit und keine Energie mehr haben?

In unseren jungen Jahren ist es genau umgekehrt. Wir haben viel Zeit und viel Energie. Unser Körper ist stark und wir können einiges wegstecken. Und alles, was wir im Kopf haben, ist, unsere Zeit und Energie zu opfern, um damit Kohle zu scheffeln – Kohle, uns irgendwann nichts mehr nützen wird und die wir dann, wenn es zu spät ist, viel lieber in Zeit und Energie tauschen würden.

Klingt übertrieben? Dann stell dir mal folgende Frage: Wenn einer der reichsten und erfolgreichsten Menschen der Welt, Warren Buffett (wird am 30. August 85 Jahre alt) die Wahl hätte, durch Aufgabe seines gesamten Vermögens und Erfolgs mit dir zu tauschen und nochmal jung zu sein und viel Zeit und Energie zu haben, aber sonst nichts – würde er sich auf diesen „Trade“ einlassen?

Ich denke, dass er das auf jeden Fall tun würde! Aber noch viel wichtiger ist die Frage: Würdest du dich darauf einlassen? Geld gegen Zeit und Energie tauschen?

Ich möchte damit auf keinen Fall sagen, dass wir im Leben nicht versuchen sollten, etwas zu erreichen. Ganz im Gegenteil. Wir sollten hart daran arbeiten, unsere Träume zu erreichen. Aber um das zu schaffen, müssen wir unsere Ressourcen bewusst und sparsam für genau diese Zwecke einsetzen, statt einfach planlos vor uns hin zu leben und sie zu verschwenden.

Klar können unsere Ziele als netten Nebeneffekt auch beinhalten, viel Geld zu verdienen. Warum nicht. Nur sollte es nicht das primäre Ziel sein. Warum als Manager jahrelang schuften und im Stress leben, um dann „irgendwann genug Geld zu haben, um endlich frei zu sein“? Dieses Denken ist absurd. Denn wer ohne Geld nicht glücklich und frei ist, wird es auch mit Geld nie sein!

Natürlich fragt man sich manchmal, „wofür mache ich das alles“? Ganz ehrlich, das frage ich mich oft. Und das einzige, was mich dann wieder antreibt, ist, dass es zu den Dingen gehört, die ich in meinem Leben unbedingt erreichen möchte. Weil es eine Herausforderung ist. Weil es etwas ist, das es wert ist, Zeit und Energie zu opfern. Weil es Dinge sind, die mir einen Sinn im Leben geben.

Im Triathlon frage ich mich in jedem Wettkampf: Warum das Ganze? Warum diese Quälerei und die Schmerzen, um alles rauszuholen, was der Körper hergibt? Im Ziel weiß ich dann immer, warum: Um zu spüren, dass ich lebe. Um zu schätzen, welchen Wert eine Banane und ein Becher Cola haben können, wenn man völlig am Ende ist. Um mir vor Augen zu führen, dass jeder Schmerz vergänglich ist und man einfach nur durchhalten muss. Und um später, wenn ich alt und schwach bin und meine Zeit und Energie zur Neige gehen, darauf zurückschauen zu können und mich zu erinnern, was damals alles möglich war.

Ganz ähnlich im Trading: Warum sich immer wieder Unsicherheit und Risiko aussetzen und Fehler eingestehen? Warum nicht einfach alles langfristig investieren – ohne ständig darüber nachzudenken, was an den Märkten kurzfristig passiert? Die Antwort ist, dass es eine der größten Herausforderungen ist, die es im Leben gibt. Etwas zu tun, von dem die meisten glauben, dass es unmöglich ist. Professionell Entscheidungen unter Unsicherheit und Risiko zu treffen. Der Weg wird steinig und lang sein und viel Zeit und Energie erfordern. Doch ich würde es später bereuen, es nie versucht zu haben.

Ich hoffe, dass dir dieser Beitrag hilft, das große Ganze zu sehen. Es ist sicher das schlimmste, was man bereuen kann, am Ende seines Lebens festzustellen, dass man das, wonach man die ganze Zeit gesucht hat, die ganze Zeit vor Augen hatte: Das Leben selbst. Unsere Zeit und unsere Energie. Die Chance, etwas zu erreichen und zu erleben. Und dann zu realisieren, dass wir unsere Ressourcen sinnlos verschwendet haben. Sorgen wir also dafür, dass uns das nicht passiert!

PS: Die Idee für den heutigen Beitrag stammt von Mercenary Trader. [2] Einer der Gründer der Plattform, Justice Litle – bekannt unter dem Synonym „Jack Sparrow“ – hatte in einem Beitrag über das Konzept gesprochen.

Quellen:

[1] Spiegel Online, Reichtum-Studie: 60.000 Euro jährlich reichen für vollendetes Glück, Zugriff am 24.08.2015, http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/reichtum-studie-60-000-euro-jaehrlich-reichen-fuer-vollendetes-glueck-a-716132.html

[2] Mercenary Trader, a community of ruthless profiteurs, http://www.mercenarytrader.com

5 Kommentare zu Die 2 wichtigsten Dinge im Leben (Geld gehört nicht dazu)

  1. Hannes sagt:

    Klasse.. Unterschreibe ich;)

  2. Alex sagt:

    „Es ist sicher das schlimmste, was man bereuen kann,…“
    Der Mensch liebt die Gewohnheit, scheut die Veränderung, will die Dinge festhalten die man nicht festhalten kann.
    Ein erster Schritt ist zu erkennen, dass man an etwas festhält was Zeit und Energie verschwendet. Der falsche Job, eine schlechte Beziehung oder eben auch ein Verlusttrade.

    Loslassen zu können ist der Schlüssel um später nichts bereuhen zu müssen.

  3. MarkoMarko sagt:

    Danke euch für die Kommentare! Es ist nicht immer einfach, die richtige Perspektive für die Dinge zu bewahren. Aber man muss sich von Zeit zu Zeit das große Ganze ins Bewusstsein rufen, um die wirklichen Ziele im Auge zu behalten. Und nicht irgendwann feststellen zu müssen, seine Zeit und Energie nur mit sinnlosen Alltagsdingen vergeudet und nichts wirklich erlebt und versucht zu haben.

  4. Nicole sagt:

    Bedingt durch eine Kindheit welche sich als ein “ Ueberlebenskampf heraus kristalisierte sowie in meiner Ehe – 23 Jahre – hatte ich mich nur zu selten meiner Ressourcen erinnert, geschweige denn diese erkannt! War bis dato zu selten “ Mutter “ fuer mich selbst. Sondern stets in Fuersorge fuer meine kleine Familie….NUN…. Bin ich 44 Jahre! Vor ungefaehr einem Jahr erkannte ich- im ersten Moment sehr schmerzhaft – in zweiten Moment dankbar-, dass ich viel Zeit und Energie auf mein vorwaerts kommen bezogen , sinnlos verschwendete, vor allen Dingen Talente nicht ausgelebt hatte.
    Dankbar war ich jedoch fuer diese Erkenntnis!
    Zu Viele kostbare Jahre in welche ich mich entwickeln und haette foerdern koennen, habe ich nicht “ sinnnvoll “ fuer MICH genutzt. Ich hatte irgendwann mal – aufgrund von Fremdbestimmung und – geglaubter – Abhängigkeit aufgehoert mich zu spüren. Diese Abhängigkeit entpuppte sich als eine “ Fessel “ welche ausschliesslich in meinem Kopf entstanden war.
    So als wäre ein Pferd an einem Plastikstuhl angebunden!
    Fuer das Pferd ein leichtes auch mit diesem Stuhl seinen Weg zu gehen. Doch das Pferd bleibt stehen und wartet “ artig “ auf seinen Reiter der die Zuegel wieder übernimmt! … Daher ganz im Sinn von dem Kommentator Alex an dieser Stelle “ Loslassen…ein erster entscheidener Schritt… Denn festhalten kostet Kraft…loslassen schafft Raum seine Faehigkeiten zu entwickeln!
    Was ich nun zum Ausdruck bringen moechte ist…ich bin an dem Punkt angekommen deutlich erkannt zu haben, was es bedeutet, wenn du von “ Zeit, Energie und sinnlos verschwerndete Ressourcen “ schreibst!
    Heisst im Klartext: Ich kann dir aus eigener Erfahrung heraus zu stimmen. Egal wie alt ein Mensch ist, egal wie steinig und auch erschöpfend der eigene Lebensweg…es kann funktionieren…den ganz individuellen Sinn des Lebens zu finden…dazu Bedarf es erst einmal ueberhaupt zu erkennen, ob und in welcher Form man sich seinen Ressourcen erinnert. Harte Arbeit mit bzw an mir selbst.
    Bedeutet in erster Linie sich zu spueren.
    Vor Monaten noch hatte ich Muehe 5 Kilometer in einem durch zu laufen. Jetzt tickt meine innere Uhr…will laufen, mich spueren, will meinen eigenen persoenlichen Erfolg…auf meine Ziele aufgebaut….nun bin ich bei 10 km welche ich in 55 Min. laufen kann 😉 Mein Traum : Zieleinlauf in 45 Minuten…dann einen Halbmarathon…dazu gehoert eine ausgewogene Ernährung…darueber fand ich “ den eigentlichen Weg zu Dir „!
    Aber grundlegeng moechte ich mal die Frage im Raum werfen “ hat denn in erster Linie unser tun und handeln…unsere Suche „nach dem Sinn des Lebens „nicht auch oder vielleicht ausschliesslich mit Selbstliebe zu tun!?
    Selbstliebe bedeutet doch…auf sich zu achten! Sich zu spueren!
    Sich somit seiner Ressourcen zu besinnen?
    Oftmals durch – Aussenstehende wie z.b. den eigenen Eltern, Anegehoerige, Mitmenschen allg….also schon in der fruehen Kindheit – finden wir nicht den Zugang zu uns, lernen nicht uns zu lieben! So Bedarf es doch diese fehlende Selbstliebe zu erkennen und im “ Alter “ neu zu entdecken?!
    In diesem Sinn….passe weiterhin gut auf dich auf ! 😉

  5. MarkoMarko sagt:

    Danke Nicole für deinen sehr persönlichen Kommentar! Ich denke, dass man sich selbst lieben muss, um zufrieden und glücklich zu sein und positiv auf andere zu wirken. Ganz ohne Egoismus (im positiven Sinne) können wir nicht existieren, man muss einfach in gewissem Maß auf sich selbst achten.

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