Herausforderungen bei volatilitätsskalierten Strategien

Grundsätzlich stimmt dieses Paper mit den Aussagen der Studie „The Impact of Volatility Targeting“ überein, insbesondere was die Reduktion der Fat Tails der Renditeverteilung angeht. Nach Volatilität gemanagte Portfolios haben sich beispielsweise im Crash-Jahr 2008 bewährt und sind heute eine Standardmethode für Risk Parity Fonds, die über Anlageklassen hinweg investieren.

 

Managed Volatility Targeting Benchmark

Die Grafik zeigt die realisierte, rollierende 60-Tages-Volatilität einer Managed-Volatlity-Strategie (rote Linie) im Vergleich zur Benchmark. Der stabilisierende Effekt des Volatility Targeting ist deutlich zu erkennen und auch in Zeiten von Marktturbulenzen gegeben. Im Detail ist die Umsetzung einer solchen Strategie aber mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Quelle: Dreyer, A. / Hubrich, S. (2018), Tail Risk Mitigation with Managed Volatility Strategies, T. Rowe Price Associates, S. 7

 

Die Autoren fassen in ihrem Paper anschließend einige ungünstige Effekte dieser Methode zusammen. Vor allem fundamentale Anleger können ihre Schwierigkeiten mit Volatility Targeting haben, da die Positionsgrößen nicht auf Basis der Marktbewertungen erfolgen, sondern dynamisch anhand der aktuellen Volatilität. Dies ist vor allem dann problematisch, wenn niedrige Bewertungen bei gleichzeitig hohen Volatilitäten vorliegen. Der Wunsch fundamental orientierter Anleger nach höheren Positionsgrößen steht dann im Widerspruch zum empfohlenen Positionsabbau des Volatility Targeting.

Die Autoren weisen auch darauf hin, dass Volatility Targeting nur bei kurzem Zeithorizont (maximal ein Quartal) Verbesserungen der Sharpe Ratios gegenüber dem Buy-and-Hold-Ansatz ermöglicht. Dieses dynamische Rebalancing geht wiederum mit entsprechend hohem Portfolioumschlag und den dazugehörigen Transaktionskosten einher. Eine Möglichkeit, diesen Effekt zu reduzieren, ist die Einführung von täglichen Maximalwerten bei den Anpassungen sowie von Minimalwerten, unterhalb derer auf kleinste Anpassungen verzichtet wird. Allerdings haben gerade die kurzfristigsten Volatilitätsschätzungen mit den größten Anpassungen den stärksten Einfluss auf die Stabilisierung der Portfoliovolatilität.
Grundsätzlich zu berücksichtigen ist abschließend auch der erhebliche Tracking Error, den Volatility-Targeting-Strategien gegenüber Buy-and-Hold-Benchmarks aufweisen.

 

Fazit

Volatility Targeting weist hohe Transaktionskosten sowie Tracking Errors auf und steht zum Teil im Konflikt zu fundamentalen Bewertungen.

 

Quelle: Dreyer, A. / Hubrich, S. (2018), Tail Risk Mitigation with Managed Volatility Strategies, T. Rowe Price Associates

Schreibe einen Kommentar