Neue „Karriere“ als Pacemaker?

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Am 12. Juni war ich zum ersten Mal als Pacemaker im Einsatz. Einfach, um mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Der Veranstalter des Metropolmarathons in Fürth hatte mich für eine Zielzeit von 3:15 Stunden eingeplant. Nachdem ich das Rennen im Vorjahr wegen eines Ermüdungsbruchs aufgeben musste, würde ich dieses Jahr also andere Läufer ins Ziel bringen – hoffentlich.

Das sollte eigentlich gut machbar sein. Erst im Mai lief ich 43,5 km beim Wings for Life Run in München in rund 3:10 Stunden – bei größerer Hitze und mit mehr Höhenmetern. Da kann doch nichts schief gehen, oder?

Vielleicht hatte ich es ein bisschen auf die leichte Schulter genommen. Am Vortag war ein Polterabend, auf dem ich mir ein paar Bier, einen Schnaps und 3 Bratwürste gönnte. Nach einer kurzen Nacht ging es kurz vor 6 Uhr morgens aus dem Bett und ab ins Auto nach Fürth – ein bisschen platt fühlte ich mich schon, aber es würde schon klappen.

Beim Einchecken lief alles super. Das Event war mit Marathon, Halbmarathon und 10-Kilometer-Lauf perfekt und stressfrei organisiert. Ich bekam ein Pacemaker-Shirt und einen großen Ballon, mit dem ich rund 35 km rannte, bis er an einem Verkehrsschild hängenblieb und abriss.

3:15 ist leider eine „Zwischenzeit“. Das heißt, dass viele Läufer entweder gleich eine 2:59 versuchen oder sich bei 3:29 einordnen. Daher hatte ich nicht ganz so viele Teilnehmer in meiner Gruppe. Aber vielleicht ganz gut, schließlich war es mein erster Einsatz. Und es war auch deswegen ganz gut, weil ich schon nach ein paar Kilometern die „Verpflegung“ vom Vorabend spürte.

Aber egal – schließlich hatte ich einen Auftrag zu erfüllen. Nichts ist schlimmer als ein Pacemaker, auf den sich die anderen verlassen und der dann schlapp macht. Also Zähne zusammenbeißen und weitermachen.

Ab Kilometer 35 waren nur noch 2 andere Läufer bei mir. Ich nahm mir vor, die beiden bis zum Ziel nicht mehr zu verlieren. Langsam aber sicher wurden wir etwas langsamer, sodass ich sie zunehmend antreiben und motivieren musste, das Tempo zu halten und nicht abreißen zu lassen. Das hat super funktioniert. Die beiden haben nochmal richtig mitgezogen und alles rausgeholt. Wir verloren auf den letzten 5 km zwar rund zwei Minuten, aber dank eines kleinen Zeitpuffers aus der ersten Hälfte des Rennens und einem guten Schluss-Sprint schafften wir die 3:15.

Das Ganze hat echt Spaß gemacht. Abends war dann sogar ein Foto unserer kleinen Gruppe auf der Startseite des Events (siehe oben als Titelbild dieses Beitrags). Ich werde sicherlich wieder mal als Pacemaker starten und ein paar Läufer ins Ziel bringen – dann aber ohne die etwas ungünstige Verpflegungsstrategie am Vorabend!

Bei Marathons werden oft zuverlässige Pacemaker gesucht. Ich laufe jeden Monat einen Marathon, sodass die Chancen gut stehen, dass ich den Job ein paarmal im Jahr übernehmen kann. Am liebsten für Zielzeiten von 3:29 und 3:14 Stunden, was ich im Normalfall sicher laufen kann.

2 Kommentare zu Neue „Karriere“ als Pacemaker?

  1. Yannic Widulle sagt:

    Wie wird man denn Pacemaker???

    • MarkoMarko sagt:

      Ganz einfach: Bei einzelnen Events anfragen und zuverlässig die Zeitvorgabe laufen. Mit der Zeit kennt man dann einige der Veranstalter, sodass es häufiger klappt.

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