Momentum, Reversal und Soziale Medien

In der Studie „Momentum, Mean-Reversion and Social Media“ untersucht ein Forscherteam, ob und wie Echtzeit-Sentiment-Daten von StockTwits und Twitter mit der Liquidität am Aktienmarkt wechselwirken. [1] Zunächst wird festgestellt, dass die Liquidität tatsächlich durch die Stimmung der Marktteilnehmer beeinflusst wird. Ein extremes Sentiment geht mit erhöhter Nachfrage und reduziertem Angebot an Liquidität einher, insbesondere bei stark bärischer Stimmung.

Davon könnten kurzfristige Anleger profitieren, indem sie stark bullische und bärische Emotionen in sozialen Netzwerken als Echtzeit-Barometer für das baldige Ende von Momentum-Bewegungen einsetzen. Das gilt den Forschern zufolge vor allem dann, wenn das Sentiment einer Aktie im Zuge ihrer Momentum-Bewegung mindestens drei Mal so hoch ist wie ihr Durchschnittswert. Das passt zur Erfahrung von Praktikern, dass Phasen von Euphorie und Panik oft dann enden, wenn das Sentiment extreme Werte erreicht.

Konkret kann das Social Media Sentiment dem Paper zufolge dazu eingesetzt werden, das Hoch einer Intraday-Euphorie oder das Tief einer Intraday-Panik zu erkennen. Im Anschluss dominiert der Mean-Reversion-Effekt, wobei sich die Spreads zwischen An- und Verkaufskursen innerhalb von 30 Minuten nach dem Sentiment-Extrem wieder weitgehend einengen.

 

Fazit

Intraday-Momentum-Bewegungen mit extremem Sentiment ermöglichen es, Gegenbewegungen zu antizipieren.

 

Quelle: Agrawal, S. / Azar, P. D. / Lo, A. W. / Singh, T. (2018), Momentum, Mean-Reversion and Social Media: Evidence from StockTwits and Twitter, MIT Laboratory for Financial Engineering & Sloan School of Management

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