Es gibt viele Sachwertwertanlagen, aber wenige dürften so ausgefallen sein wie Lego. Tatsächlich scheint diese Anlageidee noch nie genauer quantifiziert worden zu sein. Das holt ein Paper nach, das im Jahr 2018 erschien. [1]
Die Autoren verweisen auf eine Studie von Barclays, der zufolge reiche Privatanleger rund 10 Prozent ihres Vermögens in Sachwert-Sammlungen wie Kunst, Wein oder Automobile investieren. Lego klingt dagegen wie Spielzeug. Doch tausende Erwachsene weltweit sammeln entsprechende Sets. Dabei hat sich ein lebhafter Sekundärmarkt mit vielen Transaktionen für neue und gebrauchte Legos entwickelt, vor allem auf eBay.
Theoretische Rückrechnung
Die Forscher untersuchen einen handverlesenen Datensatz historischer Renditen von insgesamt 2322 Lego-Sets. Im Durchschnitt brachten diese im Zeitraum von 1987 bis 2015 eine Jahresrendite von 11 Prozent. Dabei stellen die Autoren fest, dass Sets mit sehr wenigen oder sehr vielen Teilen sowie Sets, die auf Filmen basieren, besonders gut performten.

Transaktionskosten wurden nicht berücksichtigt, könnten etwa auf eBay aber durchaus relevant sein. Hinzu kommt, wie bei vielen Sachwert-Investments, die begrenzte Liquidität. Interesse und Wissen zum Lego-Universum sollte man auch noch mitzubringen. Das größte Problem dürfte aber sein, dass die Ergebnisse ins Positive verzerrt sind, da zu unpopulären, eher verlustbringenden Sets wahrscheinlich keine Daten vorliegen. Es wäre also sehr gewagt, auf Grundlage dieser Studie in Lego zu investieren.
Fazit
Mit etwas Glück können Lego-Fans mit Einzelstücken positive Renditen erzielen. Mit etwas Pech sitzen sie auf einem Haufen wertlosem Spielzeug.
Quelle: Dobrynskaya, V. Kishilova, J. (2018), LEGO – The Toy of Smart Investors, National Research University Moscow