LEGO als Geldanlage?!

Es gibt viele alternative Sachwertwert-Investments, aber kaum eines ist so ausgefallen wie LEGO. Tatsächlich scheint noch niemand diese Anlageidee genauer quantifiziert zu haben. Das holt das im Jahr 2018 erschienene Paper „LEGO – The Toy of Smart Investors“ nach. Die Autoren verweisen auf eine Studie von Barclays, der zufolge reiche Privatanleger rund 10% ihres Vermögens in Sachwert-Sammlungen wie Kunst, Antiquitäten, Juwelen, hochwertigen Wein oder seltene Automobile investieren. Alternativ sind einige dieser Sachwerte auch über Investmentfonds zugänglich. LEGO wurde aber bisher nicht in der Literatur erwähnt.

Viele Menschen würden LEGO eher als Spielzeug und nicht als Investment betrachten. Doch einerseits sammeln tausende Erwachsene weltweit entsprechende Sets. Und andererseits hat sich ein lebhafter Sekundärmarkt mit vielen Transaktionen für neue sowie gebrauchte Sets entwickelt, insbesondere auf eBay. Eine Ursache dafür ist, dass LEGO kein Luxusgut darstellt und deshalb für jeden interessierten Privatanleger leicht zugänglich ist. Zudem ist LEGO heute größter Spielzeughersteller weltweit. In der Fabrik im dänischen Billund werden nach Studienangaben jede Stunde rund 2,2 Millionen Bausteine produziert.

Die Forscher untersuchen einen handverlesenen Datensatz historischer Renditen von insgesamt 2322 LEGO-Sets auf Basis von eBay-Preisen. Im Durchschnitt brachten die Sets im Zeitraum von 1987 bis 2015 eine Jahresrendite von 11% (inflationsbereinigt 8%). Bei ihren Untersuchungen stellen die Autoren fest, dass Sets mit sehr wenigen oder sehr vielen Teilen besonders gut performen; ebenso Sets, die beispielsweise auf Filmen basieren. Interessant ist auch, dass die Renditen insgesamt kein nennenswertes Exposure gegenüber Faktoren wie Value, Momentum oder Volatilität am Aktienmarkt haben, was ein recht gutes Diversifikationspotenzial verspricht. Lediglich zum Size-Faktor besteht eine stärkere Korrelation.

Zu berücksichtigen ist, dass in der Studie keine Transaktionskosten einberechnet wurden, die z.B. auf eBay durchaus ins Gewicht fallen. Allerdings weisen andere Sachwertanlagen ebenfalls teils hohe Transaktionskosten auf. Hinzu kommen, ebenfalls analog zu anderen Sachwert-Investments, eine begrenzte Liquidität sowie die Notwendigkeit, viel Interesse und spezifisches Wissen zum LEGO-Universum mitzubringen.

Ein möglicher Kritikpunkt an der Studie ist aus meiner Sicht, dass die Ergebnisse (etwas) ins Positive verzerrt sein könnten, da zu unpopulären (und damit tendenziell verlustbringenden) Sets eventuell keine Daten vorliegen oder diese aufgrund zu weniger Datenpunkte nicht berücksichtigt wurden.

 

LEGO Baukasten Set Sachwert Investment Rendite
Dargestellt sind zwei LEGO-Indizes (verschiedene Berechnungsmethoden) im Vergleich zu US-Aktien- und Staatsanleihenindizes. Quelle: Dobrynskaya, V. Kishilova, J. (2018), LEGO – The Toy of Smart Investors, National Research University Moscow, S. 21

 

Fazit

Wer sich für LEGO interessiert, kann seinen Sachwert-Investments durchaus ein paar populäre Sets beimischen.

 

Quelle: Dobrynskaya, V. Kishilova, J. (2018), LEGO – The Toy of Smart Investors, National Research University Moscow

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