Zur Umsetzung von Time-Series-Momentum-Strategien werden in der Praxis sowohl Momentum-Indikatoren (MOM) als auch Gleitende Durchschnitte (GD) eingesetzt:
● Bei MOM-Ansätzen wird ein Kaufsignal (Verkaufssignal) generiert, wenn der Kurs über (unter) seinem Wert vor x Perioden notiert
● Bei GD-Ansätzen wird ein Kaufsignal (Verkaufssignal) generiert, wenn der Kurs über (unter) seinem Gleitenden Durchschnitt über x Perioden liegt
In der Studie „Trend Following with Momentum Versus Moving Average“ vergleichen Valeriy Zakamulin und Javier Giner die beiden Instrumente auf Basis von theoretischen Modellen. [1] Das Ergebnis: Zwischen ihnen besteht selbst unter Annahme eines Random Walk hohe Ähnlichkeit. Bei Vorliegen von Trends nimmt die Ähnlichkeit umso mehr zu, je stärker die Trends sind. Gegenüber Momentum fällt dabei die Prognosegenauigkeit der Gleitenden Durchschnitte robuster aus, was die Periodenanzahl der in die Berechnung eingehenden Kurse angeht. Als besonders robust erweist sich der exponentielle Gleitende Durchschnitt.

Fazit
Gleitende Durchschnitte sind robuster als Momentum-Indikatoren, wobei die Ergebnisse bei hoher Trendstärke ähnlich ausfallen.
Quelle:
[1] Zakamulin, V. / Giner, J. (2018), Trend Following with Momentum Versus Moving Average: A Tale of Differences, University of Agder & University of La Laguna