Risikoadjustierte Momentum-Strategien

Die Studie untersucht die Methoden konstanter und dynamischer Volatilitätsskalierung für Momentum-Strategien auf Basis von 55 Futures-Kontrakten verschiedener Anlageklassen weltweit. Die konstante Skalierung (CVS) basiert auf dem Ansatz, das systematische Risiko zu kontrollieren, welches hier als Hauptrisiko für Momentum-Strategien angenommen wird (Barroso / Santa-Clara 2015). Die dynamische Skalierung (DVS) geht dagegen von im Zeitablauf variierendem Beta-Exposure als Hauptrisiko für Momentum-Strategien aus (Daniel / Moskowitz 2016). Beide Ansätze funktionieren für US-Aktien gut und zeigen vergleichbare Ergebnisse.

Die Gewichtungen in den jeweiligen Portfolios der beiden Methoden werden anhand folgender Größen berechnet:

● CVS: Ratio einer konstanten Zielvolatilität zur tatsächlich realisierten Volatilität der einzelnen Werte

● DVS: Ratio der erwarteten Renditen zur tatsächlich realisierten Volatilität der einzelnen Werte

 

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass auch bei Momentum-Strategien im Futures-Bereich seltene, aber starke Momentum-Crashs auftreten. Daher erscheint es grundsätzlich sinnvoll,  das Risiko der Strategien mittels volatilitätsbasierter Skalierung zu managen. Anhand des Datensatzes von 1991 bis 2017 zeigen sie, dass die bereinigten Renditen des 4-Faktoren-Modells für das CVS-Verfahren deutlich höher ausfallen (im arithmetischen Durchschnitt rund 1,9% gegenüber 1,4% pro Monat für das DVS-Verfahren). Auch beim Vergleich zu volatilitätsskaliertem Time Series Momentum und Buy and Hold schneidet Cross Sectional Momentum mit CVS-Skalierung am besten ab.

 

konstante dynamische Volatilitätsskalierung Momentum Portfolio

Die Grafik zeigt die kumulativen Renditen für volatilitätsskaliertes Buy and Hold und Time Series Momentum sowie für die beiden Verfahren konstanter (CVS) und dynamischer Volatilitätsskalierung (DVS) für Cross Sectional Momentum. CVS und DVS zeigen deutlich bessere Renditen bei zugleich deutlich höherer Schwankungsbreite im Zeitablauf. CVS zeigt die besten Ergebnisse, weist aber auch die größten Schwankungen auf.

 

Fazit

Die Anwendung eines konstanten Volatilitätsziels ist bei der Skalierung vom Momentum-Portfolios optimal.

 

Quelle: Fan, M. / Li, Y. / Liu, J. (2017), Risk Adjusted Momentum Strategies: A Comparison Between Constant and Dynamic Volatility Scaling Approaches, Queen’s Management School & Queen’s University Belfast

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